Informationen rund um das Thema Impfungen
Liebe Patienten,
auf dieser Seite erhalten Sie aktuelle Informationen zu Standard-, Reise- und Auffrischungsimpfungen.
Donnerstag, 02.07.2026
Kardiales Risiko bei Atemwegsinfektion: Erhöhtes Risiko für Infarkte während und nach Influenza
Bei fast jedem zehnten Patienten, der wegen eines Herzinfarkts stationär behandelt wird, findet sich in der kurz- bis mittelfristigen Vorgeschichte eine Infektion mit Influenza (Grippe), RSV oder einem anderen Atemwegserreger. Studien zeigen, dass das Herzinfarktrisiko während einer akuten Influenza mehr als 6-mal erhöht ist – besonders bei Menschen ohne bekannte koronare Herzkrankheit (KHK). Auch RSV und andere Atemwegsinfektionen werden mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko in Verbindung gebracht. Die Forschenden plädieren dafür, Influenzaimpfungen als wirksames Mittel zur Prävention von Herzinfarkten einzusetzen. Auch bei Menschen mit Diabetes war eine Grippeimpfung in einer Studie mit einer um 17 % niedrigeren Gesamtsterblichkeit, einer um 16 % niedrigeren kardiovaskulären Sterblichkeit und einem um 15 % geringeren Risiko verbunden, an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall zu sterben. Zudem traten 11 % weniger schwere, stationär behandlungsbedürftige Diabeteskomplikationen auf.
Freitag, 26.06.2026
Hohe HPV-Impfrate ist mit deutlichem Rückgang der Sterblichkeit assoziiert
Eine große Studie aus England zeigt: Eine hohe HPV-Impfquote senkt die Zahl der Todesfälle durch Gebärmutterhalskrebs deutlich. Bei Frauen, die bereits im Alter von 12 bis 13 Jahren geimpft wurden, trat zwischen 2020 und 2024 im Alter von 20 bis 24 Jahren kein einziger Todesfall auf. Auch eine Nachholimpfung bis zum 18. Lebensjahr reduzierte das Sterberisiko deutlich, wenn auch etwas weniger ausgeprägt. Die Forschenden schätzen, dass die HPV-Impfung in England bis Ende 2024 bereits rund 200 Todesfälle verhindert hat. Da die geimpften Jahrgänge das höchste Erkrankungsalter noch nicht erreicht haben, dürfte der Nutzen künftig weiter steigen.
Die Früherkennung bleibt dennoch wichtig – insbesondere für ungeimpfte oder erst später geimpfte Frauen.
Freitag, 29.05.2026
Virus in Afrika: Wie gefährlich ist der Ebola-Ausbruch?
In der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ist es zu einem Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Ebolavirus gekommen. Die WHO hat deshalb einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, um Gegenmaßnahmen besser zu koordinieren und eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Ebola ist eine schwere, oft lebensbedrohliche Infektionskrankheit. In der Regel beginnt ein Ausbruch mit einer einzelnen Übertragung von Tier zu Mensch. Die Folgefälle würden dann meist von Mensch zu Mensch übertragen. Dazu ist direkter Körperkontakt oder Kontakt mit Körperflüssigkeiten nötig. Die ersten Symptome ähneln häufig einer Grippe mit Fieber, Müdigkeit und Gliederschmerzen. Später können unter anderem Durchfall, Bauchschmerzen, Atemnot und Verwirrtheit auftreten. Für den aktuellen Bundibugyo-Stamm gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff oder eine spezifische Therapie. Die Sterblichkeitsrate liegt jedoch mit etwa 37 % deutlich unter der des bekannteren Zaire-Ebolavirus. Gesundheitsexperten und das RKI schätzen das Risiko für Deutschland und Europa derzeit als sehr gering ein. Da Ebola nicht über die Luft, sondern nur durch engen Kontakt übertragen wird, gilt eine größere Ausbreitung hierzulande als unwahrscheinlich. Dennoch beobachten Fachleute die Lage aufmerksam, da einzelne Fälle bereits grenzüberschreitend aufgetreten sind. Die Eindämmung des Ausbruchs wird zusätzlich durch Armut, mangelnde Gesundheitsversorgung und schwierige Lebensbedingungen in der betroffenen Region erschwert.
Montag, 25.05.2026
Klimawandel: Neu eingewanderte Zeckenarten
Der Klimawandel und steigende Temperaturen fördern die Ausbreitung von Zecken in Deutschland. Deshalb werden Aufklärung über Zeckenschutz, Behandlungsmöglichkeiten und die FSME-Impfung immer wichtiger. Zudem breiten sich neue Arten wie die bislang in Deutschland kaum vorkommenden Hyalomma-Zecken aus, die bakterielle Fleckfieber-Erreger übertragen können. Forschende fordern daher, Ärztinnen und Ärzte stärker zu sensibilisieren, bei Fieber in Regionen mit Asiatischer Tigermücke auch an Dengue- oder West-Nil-Fieber zu denken und nach Zeckenbissen Fleckfieber als mögliche Ursache zu berücksichtigen.
Mittwoch, 20.05.2026
Bundibugyo-Ebola: Noch Monate bis zum Start von klinischen Impfstoffstudien
Die WHO beobachtet einen größeren Ausbruch der seltenen Bundibugyo-Ebolavirusvariante in Zentralafrika, vor allem in der Demokratischen Republik Kongo. Impfstoffe oder spezielle Medikamente gibt es derzeit nicht, ein möglicher Impfstoff befindet sich in der Entwicklung. Die WHO rechnet mit steigenden Fallzahlen und vielen unentdeckten Infektionen. Ebola wird nur durch engen Kontakt mit Körperflüssigkeiten Erkrankter übertragen. Das globale Risiko gilt daher aktuell als gering, offizielle Reisebeschränkungen empfiehlt die WHO nicht. Dennoch hat Ruanda seine Grenze zum Osten des Kongo geschlossen, die USA verhängten eine Reisewarnung und Einreisebeschränkungen. Wichtige Maßnahmen sind die schnelle Erkennung von Fällen, Kontaktverfolgung und Quarantäne. Erste Symptome sind meist Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Schwäche, später können schwere Komplikationen auftreten.
Donnerstag, 23.04.2026
HPV-Impfung verhindert auch bei Männern Kerbserkrankung
Aktuelle Studien zeigen: Jungen und junge Männer, die mit dem neunvalenten Impfstoff gegen Humane Papillomaviren (HPV) geimpft wurden, haben ein deutlich geringeres Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen als Ungeimpfte. Analysiert wurden internationale Daten von über 615.000 geimpften sowie rund 2,3 Millionen ungeimpften Jungen und Männern von 9 bis 26 Jahren. Untersucht wurden insbesondere HPV-assoziierte Krebsarten wie Kopf-Hals-, Speiseröhren-, Anal- und Peniskrebs. Die Forschenden sprechen sich daher für nationale Impfprogramme aus, die sowohl Mädchen als auch Jungen einbeziehen. In Deutschland empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung für alle Kinder von 9 bis 14 Jahren. Ziel ist es, durch HPV verursachte Tumorerkrankungen frühzeitig zu verhindern. Versäumte Impfungen sollten laut STIKO bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Montag, 13.04.2026
“Vierte Säule der Prävention“: Impfen als Herzschutz
Experten weisen darauf hin, dass Impfungen ein wirksamer, aber noch zu wenig genutzter Bestandteil der kardiovaskulären Prävention sind. Neben Lebensstiländerungen, Medikamenten und Eingriffen gelten sie als „vierte Säule“. Atemwegsinfektionen erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich: Bei Influenza ist das Herzinfarktrisiko in den ersten 7 Tagen bei über 35-Jährigen etwa sechsmal höher. Umgekehrt kann die Grippeimpfung kardiovaskuläre Ereignisse, insbesondere bei vorerkrankten Personen, signifikant reduzieren. Impfungen sollten daher als fester Bestandteil der Herz-Kreislauf-Prävention verstanden werden. Empfehlungen für ältere Erwachsene (STIKO) mit kardiologischem Nutzen:
- Influenza: jährlich (Okt.–Feb.), ab 60 J. Hochdosis-Impfstoff
- SARS-CoV-2: jährlich im Herbst, zusammen mit Influenza
- RSV: einmalig ab 75 J. oder ab 60 J. bei schweren Grunderkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz)
- Pneumokokken: einmalig PCV20; Auffrischung nach 6 Jahren bei vorheriger PPSV23-Impfung
- Herpes Zoster (VZV): einmalig, 2 Dosen im Abstand von 2–6 Monaten
Mittwoch, 08.04.2026
Reisemedzin Südafrika: Tollwut
Seit Beginn dieses Jahres wurden in der Provinz Eastern Cape ein Verdachtsfall und 3 bestätigte Todesfälle durch Tollwut registriert. In der Provinz KwaZulu-Natal wurde ein Todesfall gemeldet. 2025 sind in den Provinzen Limpopo und Eastern Cape je 4 Menschen verstorben, in der Provinz KwaZulu-Natal gab es einen Todesfall. Tollwut kommt bei Tieren landesweit vor, betroffen sind u.a. Schakale, Mangusten, Kühe, ungeimpfte Hunde und Katzen. 2024 wurden in Kapstadt erstmals Infektionen bei einem Südafrikanischen Seebären (Arctocephalus pusillus) bestätigt. Die häufigste Infektionsquelle für den Menschen sind Hundebisse. Bei entsprechenden Kontakten sofort einen Arzt aufsuchen, bei vorhersehbarem Risiko und längerem Aufenthalt vorbeugende Impfung empfohlen.
Freitag, 03.04.2026
Dengue Fieber: Rekordzahlen auf den Malediven
Im Januar 2026 wurden vom maledivischen Gesundheitsministerium landesweit rund 645 Dengue-Infektionen gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025. Am stärksten betroffen sind die Verwaltungsatolle Vaavu, Kaafu und Gaafu Alif. Dengue äußert sich meist durch plötzliches hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hautausschlag. Die Übertragung erfolgt durch tagaktive Mücken, besonders morgens und am späten Nachmittag. Als Schutz gelten konsequente Maßnahmen wie lange, helle (ggf. imprägnierte) Kleidung, Repellentien (z. B. DEET oder Icaridin) sowie Mückenschutz wie Klimaanlagen und Moskitonetze in Innenräumen. Für Reisende steht zudem eine Impfung (Qdenga) zur Verfügung, die gegen alle vier Serotypen schützt und auch für Personen geeignet ist, die noch nie eine Dengue-Infektion hatten. Eine Beratung erfolgt idealerweise 6 Wochen vor der Reise. Die Impfserie besteht aus zwei Dosen, doch bereits die erste Dosis bietet einen signifikanten Schutz, der für eine Kurzzeitreise oft ausreichend ist.
Freitag, 03.04.2026
Dengue Fieber: Rekordzahlen auf den Malediven
Im Januar 2026 wurden vom maledivischen Gesundheitsministerium landesweit rund 645 Dengue-Infektionen gemeldet – mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2025. Am stärksten betroffen sind die Verwaltungsatolle Vaavu, Kaafu und Gaafu Alif. Dengue äußert sich meist durch plötzliches hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Hautausschlag. Die Übertragung erfolgt durch tagaktive Mücken, besonders morgens und am späten Nachmittag. Als Schutz gelten konsequente Maßnahmen wie lange, helle (ggf. imprägnierte) Kleidung, Repellentien (z. B. DEET oder Icaridin) sowie Mückenschutz wie Klimaanlagen und Moskitonetze in Innenräumen. Für Reisende steht zudem eine Impfung (Qdenga) zur Verfügung, die gegen alle vier Serotypen schützt und auch für Personen geeignet ist, die noch nie eine Dengue-Infektion hatten. Eine Beratung erfolgt idealerweise 6 Wochen vor der Reise. Die Impfserie besteht aus zwei Dosen, doch bereits die erste Dosis bietet einen signifikanten Schutz, der für eine Kurzzeitreise oft ausreichend ist.
Donnerstag, 02.04.2026
Meningokokken-Ausbruch in Südengland
In Südengland wurden mehrere schwere Infektionen mit Meningokokken B (MenB) gemeldet, vor allem bei Studierenden und Oberstufenschülern. Die Verläufe waren teils schwer und schnell fortschreitend, zwei Menschen starben; vermutlich begünstigte enger Kontakt bei einer Veranstaltung die Ausbreitung. Die Erkrankung beginnt oft grippeähnlich, kann aber rasch lebensbedrohlich werden. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Jugendliche und junge Erwachsene; Risikofaktoren sind u. a. enger Kontakt, Rauchen, geschwächte Schleimhäute und Infektionen wie Grippe. Die STIKO empfiehlt in Deutschland die MenB-Impfung für Säuglinge (Nachholimpfung bis 5 Jahre möglich) sowie die MenACWY-Impfung für 12–14-Jährige. Für Reisende bis 25 Jahre wird – je nach Zielregion – eine Impfung gegen MenB und/oder MenACWY empfohlen.
Mittwoch, 01.04.2026
Hepatitis A - eine häufig sinnvolle Reiseimpfung
Seit Jahresbeginn wurden vermehrt Hepatitis-A-Fälle gemeldet, insbesondere in Kampanien (Italien), Neapel, Taiwan und der Tschechischen Republik. Häufige Infektionsquellen sind verunreinigte Lebensmittel (rohes Gemüse, Früchte, Austern oder unzureichend gegarte Meeresfrüchte) und verunreinigtes Wasser. Etwa 2-4 Wochen nach der Infektion treten unspezifische Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Fieber und Gliederschmerzen auf. Zusätzlich kann es zu einer Gelbfärbung des Augapfels oder der Haut kommen. Der beste Schutz ist die Hepatitis-A-Impfung, die auch noch recht kurzfristig vor Reiseantritt verabreicht werden kann. Um einen langfristigen Schutz zu erreichen, ist nach 6–12 Monaten noch einmal eine zweite Impfdosis erforderlich. Zusätzlich helfen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen, sicheres Trinkwasser und der Verzicht auf rohe Lebensmittel in Risikogebieten.
Montag, 02.03.2026
Rheumatologen empfehlen Influenza-Impfung für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
Personen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind durch ihre Krankheit und immunsuppressive Therapien anfälliger für Influenzainfektionen und Komplikationen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) fehlten bislang belastbare Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Influenzaimpfung in dieser Patientengruppe, was bei Betroffenen und Ärzten zu Zurückhaltung führte – auch weil Menschen mit Rheuma häufig von Impfstoff-Zulassungsstudien ausgeschlossen sind. Eine aktuelle Studie der Universität Münster zeigt jedoch, dass die Influenzaimpfung für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sicher und gut verträglich ist. Mehr als 90 % der Teilnehmenden gaben an, sich auch künftig impfen lassen zu wollen. Daher wird Ärztinnen und Ärzten empfohlen, geeigneten Patientinnen und Patienten vor oder während der Saison eine Impfung zu empfehlen.
Montag, 02.03.2026
Rheumatologen empfehlen Influenza-Impfung für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
Personen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind durch ihre Krankheit und immunsuppressive Therapien anfälliger für Influenzainfektionen und Komplikationen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) fehlten bislang belastbare Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit der Influenzaimpfung in dieser Patientengruppe, was bei Betroffenen und Ärzten zu Zurückhaltung führte – auch weil Menschen mit Rheuma häufig von Impfstoff-Zulassungsstudien ausgeschlossen sind. Eine aktuelle Studie der Universität Münster zeigt jedoch, dass die Influenzaimpfung für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sicher und gut verträglich ist. Mehr als 90 % der Teilnehmenden gaben an, sich auch künftig impfen lassen zu wollen. Daher wird Ärztinnen und Ärzten empfohlen, geeigneten Patientinnen und Patienten vor oder während der Saison eine Impfung zu empfehlen.
Freitag, 20.02.2026
Neue Belege für Nutzen von Herpes-Zoster-Impfung gegen Demenz
Eine aktuelle Studie bestätigt frühere Forschungsergebnisse, wonach eine Herpes-Zoster-Impfung das Risiko für Demenz senken und möglicherweise das Fortschreiten einer bestehenden Demenz verlangsamen kann. Der nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Neurologie überzeugende Schutzeffekt ist so deutlich, dass sowohl die Fachgesellschaft als auch die Ständige Impfkommission die Impfung allen Menschen über 60 Jahren empfehlen – auch bei bereits bestehenden leichten kognitiven Einschränkungen. Die Impfung bietet damit einen doppelten Nutzen: Sie schützt vor der schmerzhaften Gürtelrose und kann zugleich das Demenzrisiko reduzieren beziehungsweise den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Montag, 16.02.2026
FSME-Fälle wohl auf neuem Höchststand - Zecken in Deutschland ganzjährig aktiv
Die FSME-Zahlen bleiben 2025 mit rund 700 bestätigten und 100 Verdachtsfällen auf Rekordniveau, ein Rückgang ist seit 2016 nicht erkennbar. Durch den Klimawandel breiten sich Zecken weiter nach Norden und in höhere Lagen aus und sind fast ganzjährig aktiv. Zwar entfallen ca. 80 % der Fälle auf Baden-Württemberg und Bayern, doch die Fallzahlen steigen bundesweit. FSME betrifft das zentrale Nervensystem und kann starke Kopfschmerzen, Lähmungen oder Atemprobleme verursachen, selten tödlich enden; rund 40 % leiden noch Monate später unter neurologischen Folgen. Ältere und Kinder haben ein höheres Risiko für schwere Verläufe. Eine Impfung ist besonders in Risikogebieten und bei häufigem Naturkontakt sinnvoll. Nach Aufenthalten im Freien sollte der Körper gründlich nach Zecken abgesucht werden, allerdings ohne vollständige Sicherheit, da sich ca. 50 % der Erkrankten nicht an einen Zeckenbiss erinnert, vermutlich wegen kaum sichtbarer Nymphen.
Mittwoch, 11.02.2026
Dengue- und Chikungunyarisiko rückt in Europa weiter nach Norden
Dengue- und Chikungunyafieber galten in Europa lange als reine Reiseerkrankungen. Durch die zunehmende Ausbreitung der asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) steigt jedoch das Risiko für lokale Übertragungen – und verschiebt sich immer weiter nach Norden. Die Mücke breitet sich derzeit mit etwa 60 km pro Jahr nach Norden aus, für 2025 wurde sogar eine Rate von 119 km geschätzt. Ein 2025 im Elsass gemeldeter Chikungunya-Fall stellt die bislang nördlichste dokumentierte lokale Übertragung dar. Da die Bevölkerung in den betroffenen Regionen kaum Immunität besitzt und viele Gesundheitssysteme wenig Erfahrung mit diesen Erkrankungen haben, sind eine enge Überwachung, geschultes medizinisches Personal und konsequente Mückenkontrolle besonders wichtig. In ausgewählten Fällen können auch die in der EU zugelassenen Impfstoffe Dengvaxia und Qdenga eingesetzt werden – entsprechend den offiziellen Empfehlungen.
Freitag, 30.01.2026
Neugeborene profitieren von Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft
Aktuelle Studien zeigen, dass eine Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft die Abwehr von Neugeborenen gegen das Bakterium Bordetella pertussis, den Erreger des Keuchhustens, stärkt. 2024 wurden in Deutschland die meisten Keuchhustenfälle seit Einführung der Meldepflicht 2013 verzeichnet, Säuglinge unter einem Jahr waren am stärksten betroffen. Sie erhalten frühestens ab dem 2. Lebensmonat die erste von 3 Impfdosen und entwickeln erst ab der 2. Impfung mit etwa 4 Monaten einen eigenen Schutz. Um die Zeit zu überbrücken empfiehlt die STIKO seit 2020 die Impfung für Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel. Die mütterlichen Antikörper werden über die Plazenta übertragen, wodurch Babys in ihrer anfälligsten Phase doppelt geschützt sind. Zudem zeigte die Studie, dass Ganzzell-Keuchhustenimpfstoffe bei Babys eine stärkere und vermutlich länger anhaltende Immunantwort bewirken als azelluläre Impfstoffe, die zwar meist weniger Nebenwirkungen haben, aber kürzer schützen.
Donnerstag, 22.01.2026
RKI veröffentlicht Impfempfehlungen auf einen Blick
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre aktuellen Impfempfehlungen in einer Gesamtausgabe in der Fachzeitschrift 4/2026 des Robert Koch-Institus veröffentlicht. Der neue Impfkalender ist unter https://www.rki.de/impfkalender in mehreren Sprachen online verfügbar. Gegenüber dem Vorjahr gibt es wichtige Aktualisierungen, u.a. zu Impfungen gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV), Chikungunya, Mpox, Influenza, Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Meningokokken, Herpes zoster und Pneumokokken. Die Gesamtausgabe bündelt alle bereits 2025 veröffentlichten Einzelempfehlungen und enthält Impfpläne für alle Altersgruppen sowie Informationen zu Standard-, Auffrisch-, Indikations-, Reise- und berufsbedingten Impfungen, außerdem Hinweise zu Nachhol- und postexpositionellen Impfungen.
Mittwoch, 14.01.2026
Wie wirksam ist die Grippe-Impfung?
Kinder erkranken am häufigsten an Influenza, schwere Verläufe betreffen jedoch vor allem ältere Menschen. Die Grippeimpfung ist daher besonders für Risikogruppen wichtig. Da sich Influenzaviren ständig verändern, wird der Impfstoff jedes Jahr angepasst und schützt vor allem vor schweren Krankheitsverläufen, auch wenn er Infektionen nicht immer verhindert. Eine Impfung kann weiterhin sinnvoll sein, da die Grippesaison oft bis ins Frühjahr anhält. Die STIKO empfiehlt die Impfung unter anderem für Menschen über 60 Jahre, Schwangere, chronisch Kranke, Pflegeheimbewohner, Kontaktpersonen gefährdeter Menschen sowie Personen mit häufigem Kontakt zu Wildvögeln, Geflügel, Schweinen oder Robben (aufgrund der Vogelgrippe). Auch Kinder mit Vorerkrankungen sollten geimpft werden; teilweise wird eine Ausweitung der Empfehlung auf alle Kinder diskutiert.
Dienstag, 16.12.2025
Zosterimpfung: Weniger kognitive Beeinträchtigung, Demenzen und Sterberisiko
Eine Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) schützt nicht nur vor der oft sehr schmerzhaften Erkrankung, sondern kann auch die Gesundheit des Gehirns im Alter fördern. Große Studien aus Großbritannien zeigen, dass geimpfte Seniorinnen und Senioren seltener leichte kognitive Beeinträchtigungen entwickeln. Bei Menschen mit bereits bestehender Demenz war zudem das Sterberisiko geringer. Darüber hinaus senkt die Zoster-Impfung messbar das Risiko, innerhalb von sieben Jahren neu an einer Demenz zu erkranken. Damit ist sie nicht nur Schmerzschutz, sondern ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Gehirngesundheit.
Freitag, 12.12.2025
HPV-Impfung schützt bereits nach einer einzelnen Dosis zuverlässig
Eine große Studie zeigt, dass eine einmalige Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) eine gleich gute Wirkung erzielt wie die derzeit empfohlene 2-fache Impfdosis. Die WHO hatte im Dezember 2022 ein Einzeldosis-Impfschema empfohlen, um den Impfschutz in ressourcenarmen Ländern zu erleichtern, da weltweit derzeit nur 27 % der Teenager erreicht werden. In der Studie mit 20.000 Mädchen lag die Schutzwirkung bei beiden Impfschemata bei rund 97-98 % über mindestens 5 Jahre. Die Ergebnisse bestätigen die WHO-Empfehlung für ein Einzeldosis-Schema und könnten auch in Ländern mit höherem Einkommen eine Neubewertung der bisherigen Impfstrategie auslösen.
Dienstag, 09.12.2025
In der Infektsaison: Impfstatus plus Zinkstatus beachten
Ältere und chronisch kranke Menschen gehören zu den Risikogruppen für schwerere Verläufe von Infektionskrankheiten wie Influenza oder COVID-19. Impfungen stellen hier eine zentrale Schutzmaßnahme dar. In diesem Zusammenhang kann auch der Zinkstatus eine entscheidende Rolle spielen: Ein Mangel an dem essenziellen Spurenelement kann die Immunfunktion erheblich schwächen und die Reaktion auf Impfungen beeinträchtigen. Gerade im Alter tritt der Mangel vermehrt auf.
Donnerstag, 04.12.2025
Stiko-Empfehlung für Influenza-Impfung für alle ab dem 6.Lebensmonat gefordert
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin drängt die Ständige Impfkommission (STIKO), die Grippeimpfung künftig für alle Menschen ab 6 Monaten zu empfehlen - so wie es auch die WHO rät und mehrere europäische Länder bereits erfolgreich praktizieren. In Deutschland empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung bislang nur für bestimmte Risikogruppen, etwa Menschen ab 60, Schwangere, chronisch Kranke oder Personen mit erhöhtem beruflichen Risiko. Fachleute rechnen in dieser Saison mit einer starken Grippewelle, wie bereits Daten aus der Südhalbkugel zeigen. Influenza kann schwer verlaufen – auch bei zuvor gesunden Kindern. Im letzten Winter mussten über 135.000 Menschen wegen Influenza im Krankenhaus behandelt werden, darunter 30.000 Kinder.
Freitag, 21.11.2025
Weiterer mRNA-Impfstoff schützt besser vor Grippe als konventioneller Impfstoff
mRNA-Impfstoffe, die sich bereits gegen COVID-19 bewährt haben, zeigen auch bei Grippe vielversprechende Ergebnisse. Zwei große Phase-3-Studien von Moderna und Pfizer bestätigen eine Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Grippeimpfstoffen. Modernas Impfstoffkandidat erreichte etwa 27 % mehr Schutz gegen Influenza A und B, während die verbesserte mRNA-Vakzine von Pfizer eine Wirksamkeit von 34,5 % zeigte - vor allem gegenüber Influenza A. Fachleute beurteilen die neuen Vakzine positiv: mRNA-Impfstoffe lassen sich schneller produzieren und dadurch besser an zirkulierende Viren anpassen. Außerdem könnten sie im Bedarfsfall rasch gegen neue pandemische Stämme wie etwa die Vogelgrippe H5N1 entwickelt werden.
Donnerstag, 20.11.2025
Epstein-Barr-Virus könnte Lupus erythematodes triggern
Aktuelle Forschung zeigt, dass das Epstein-Barr-Virus (EBV) mit dem sich fast alle Menschen in jungen Jahren infizieren, die B-Zellen des Immunsystems verändern und dadurch eine Autoimmunerkrankung auslösen kann. Der Lupus erythematodes gehört zu den schwersten Autoimmunerkrankungen, dessen Ursache wie bei anderen Autoimmunerkrankungen weitgehen ungeklärt ist. EBV steht seit Längerem im Verdacht, da es genau jene B-Zellen befällt, die für die Krankheitsentwicklung zentral sind. Das Virus wird zudem mit weiteren Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) in Verbindung gebracht. Die Erkenntnisse stärken die Hoffnung, dass sich mit derzeit in Entwicklung befindlichen EBV-Impfstoffen künftig möglicherweise Lupus und andere Autoimmunerkrankungen verhindern lassen.
Mittwoch, 19.11.2025
Grippe-Saison startet dieses Jahr früher
Die EU-Gesundheitsbehörde meldet in diesem Jahr einen ungewöhnlich frühen Beginn der Grippe-Saison im Europäischen Raum, rund 3-4 Wochen früher als in den vergangenen Jahren. Sie empfiehlt daher eine umgehende Grippeimpfung, insbesondere für Menschen mit erhöhtem Erkrankungs- oder Ansteckungsrisiko. In Deutschland rät die Stiko unter anderem Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Schwangeren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal zur Grippe-Impfung. Verantwortlich für den frühen Anstieg ist laut EU-Gesundheitsbehörde eine neue Variante des Influenza-A(H3N2)-Virus der Subklade K, die die aktuelle Verbreitung antreibt.
Freitag, 24.10.2025
Stiko rät zu Gürtelrose-Impfung für Risikogruppen unter 50
Gürtelrose wird wie Windpocken durch Varizella-Zoster-Viren verursacht. Nach einer Windpocken-Infektion nisten sich Viren im Körper ein, die wieder aktiv werden können, wenn das Immunsystem schwächer wird, zum Beispiel im Alter. Bei Kindern verläuft die Erkrankung meist gutartig. Bei Erwachsenen kann eine Infektion einen schmerzhaften Ausschlag verursachen, bei schwachem Immunsystem, kann sich die Gürtelrose auf mehrere Körperregionen und über das Blut ausbreiten. Seit Ende 2018 empfiehlt die Stiko allen Menschen ab 60 eine Impfung und nun auch Risikogruppen unter 50 Jahren. Das betrifft Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Grunderkrankungen wie Diabetes, Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV), chronisch-entzündlicher Darmerkrankung oder Blutstammzelltransplantation.
Freitag, 17.10.2025
Grippe und Covid erhöhen Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
Laut einer aktuellen Studie steigt das Risiko eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls nach einer Infektion mit einem Grippevirus auf das Vier- bis Fünffache. Bei Sars-Cov-2 erhöht sich das Risiko jeweils auf etwa das Dreifache. Der Grund dafür ist, dass bei der natürlichen Reaktion des Immunsystems auf Virusinfektionen Substanzen freigesetzt werden, die Entzündungen auslösen und die Blutgerinnung fördern, was das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt. Die Studienautoren plädieren dafür, vermehrt gegen Viren zu impfen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen können. Eine Grippeimpfung sorgte demnach für ein um 34 % geringeres Risiko, eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden.
Donnerstag, 16.10.2025
Erkältungssaison: Welche Impfungen kommen für wen in Frage
Gegen Grippe, RSV und Corona gibt es wirksame Impfungen. Für Corona empfiehlt die Stiko Menschen ab 60 und Erwachsenen mit Grunderkrankungen eine Auffrischimpfung im Herbst. Gleiches gilt für die Grippeimpfung, die mit der Corona-Impfung zusammen verabreicht werden kann. Allen Menschen ab 75 und Menschen von 60 bis 74 mit schwerer Grunderkrankung wird eine einmalige Standardimpfung gegen RSV empfohlen. Sie soll möglichst vor dem Start der RSV-Saison verabreicht werden, die üblicherweise von Oktober bis März geht. Für alle Neugeborenen und Säuglinge gibt es einen Antikörper-Wirkstoff, der in der ersten RSV-Saison nach der Geburt gespritzt werden sollte. Die Impfungen senken auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, da Atemwegsinfektionen diese begünstigen können.
Dienstag, 14.10.2025
Welche Corona-Variante ist derzeit vorherrschend
Mit 82 % war die Linie XFG, auch Stratus genannt, in den letzten Monaten in Deutschland die vorherrschende Corona-Variante. Sie ist eine Linie der Omikron-Variante, deren Viren sich vor allem in den oberen Atemwegen vermehren und sich dadurch schneller verbreiten. Zu Beginn der Erkrankung zeigen sich derzeit unter anderem Heiserkeit, eine rauhe Stimme und Halsschmerzen. Erkrankungen durch Omikron sind zwar ansteckender als andere, verlaufen in der Regel aber nicht schwer. Trotzdem gibt es nach wie vor schwere Verläufe. Menschen ab 60 Jahren und Erwachsenen mit Grunderkrankung empfiehlt die Stiko eine Auffrischungsimpfung im Herbst. Gleiches gilt für die Grippeimpfung. Beide Impfungen können zusammen verabreicht werden.
Montag, 22.09.2025
Warum eine Behandlung bei Meningokokken schnell gehen muss
Nach dem Tod eines 7-Jährigen an einer Meningokokken-Infektion hat die Stadt Potsdam eine Vorsorgeaktion zum Schutz vor weiteren Ansteckungen fortgesetzt. Meningokokken-Erkrankungen sind selten in Deutschland, aber sehr gefährlich. Die Bakterien werden durch Tröpfchen übertragen und können eine lebensgefährliche Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung auslösen. Eine Impfungen gegen verschiedene Serotypen des Erregers ist empfohlen. Da sich der Gesundheitszustand schnell verschlechtern kann, ist eine schnelle Behandlung entscheidend. Die Erkrankung beginnt oft wie eine Erkältung mit Fieber und Kopfschmerzen, jedoch wird das Allgemeinbefinden rasch schlechter, Fiebersaft schlägt nicht an, Hauteinblutungen und ein steifer Nacken sind möglich.
Dienstag, 02.09.2025
RSV-Fälle bei Säuglingen seit neuem Wirkstoff halbiert
Seit etwas mehr als einem Jahr gibt es in Deutschland einen RSV-Schutz für Säuglinge. Seit der Einführung hat sich die Zahl der RSV-Fälle bei Säuglingen von rund 2.290 Fällen pro 100.000 in der Saison 2023/24 auf 1.045 Erkrankungen pro 100.000 Babys im Winter 2024/25 halbiert. Auch mussten Säuglinge vergangenen Winter deutlich seltener wegen RSV ins Krankenhaus als in der Saison davor. RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Nach einer Infektion mit dem Virus besteht insbesondere bei Kindern unter zwei Jahren die Gefahr , dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Der Antikörper-Wirkstoff zum Schutz vor RSV wird seit Juni 2024 von der STIKO für alle Neugeborenen und Säuglinge empfohlen.
Freitag, 08.08.2025
Neuer Krebsimpfstoff mit vielversprechenden Ergebnissen bei Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs
In einer Studie wurde ein neuer Krebsimpfstoff namens ELI-002 2P getestet. Er soll helfen, Rückfälle bei bestimmten Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs zu verhindern, wenn bestimmte KRAS-Mutationen vorliegen. 25 Patienten mit diesen Mutationen nahmen teil. Obwohl keine sichtbaren Tumore mehr vorhanden waren, gab es noch minimale Resterkrankungen. Die Behandlung zeigte eine starke Aktivierung des Immunsystems bei 84 % der Teilnehmenden und gute Überlebenszeiten ohne Rückfall - bei vielen über ein Jahr. Eine größere Studie mit einer weiterentwickelten Version läuft bereits.
Mittwoch, 30.07.2025
Infektionskrankheit: Hib-Ausbruch in Hamburg
In Hamburg gibt es einen aktuellen Ausbruch der bakteriellen Krankheit Haemophilus influenzae Typ b (Hib) mit bislang 16 Erkrankungen und drei Todesfällen. Eine Hib-Infektion verläuft bei gesunden Menschen oft mild. Bei Personen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Infektion schwerwiegende Verläufe nehmen, etwa in Form einer Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder Sepsis. Eine Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen, beim Husten, Niesen oder engem Gesichtskontakt. Die Hib-Impfung gehört in Deutschland zu den Standardimpfungen bei Säuglingen. Vor Einführung der Schutzimpfung im Jahr 1990 war Hib eine schwere und häufig tödlich verlaufende Kinderkrankheit.
Freitag, 18.07.2025
HPV-Impfung sehr effektiv gegen krebserregende Varianten
HPV-Impfungen sind einer Studie aus Dänemark zufolge sehr effektiv gegen bestimmte Varianten der Viren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Demnach sind die besonders relevanten Virustypen HPV 16 und 18 in Dänemark nahezu vollständig eliminiert worden, nachdem 2008 begonnen wurde, Mädchen im Teenager-Alter dagegen zu impfen. Gebärmutterhalskrebs ist in Europa nach Brustkrebs die zweithäufigste Krebsart bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren. Es wird davon ausgegangen, dass Frauen, die als Kinder gegen HPV geimpft wurden, ein bedeutend geringeres Risiko haben, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken als ungeimpfte Frauen. In Deutschland empfiehlt die Stiko die HPV-Impfung seit 2007 für Mädchen und seit 2018 auch für Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren.
Freitag, 03.07.2025
Polio in Deutschland: Ansteckungsketten werden wahrscheinlicher
In den vergangenen Wochen wurden in 4 von 10 Teststellen, darunter Dresden, Mainz, München und Stuttgart, in Abwasserproben wieder Polioviren nachgewiesen. Schon Ende November vergangenen Jahres wurden in allen regelmäßig untersuchten Städten Polioviren gefunden. Das RKI hält es für „zunehmend wahrscheinlicher“, dass das Virus bereits zwischen Menschen in Deutschland übertragen wird. Nicht oder nicht vollständig geimpfte Menschen können nach RKI-Angaben in seltenen Fällen an Kinderlähmung erkranken. Eine Impfung wird für jeden Menschen in Deutschland empfohlen. Die Grundimmunisierung sollte bis zum Alter von 12 Monaten abgeschlossen sein.
Montag, 23.06.2025
Reisemedizin: Erste Impfstoffe gegen Chikungunya-Fieber
Seit einigen Monaten sind in der EU zwei Impfstoffe gegen das durch die Asiatische Tigermücke übertragene Chikungunya-Virus zugelassen, das besonders in Afrika, Asien und Lateinamerika vorkommt. Zuletzt gab es einen größeren Ausbruch auf der Urlaubsinsel La Réunion mit 5000 Infizierten. Die Zahl reiseassoziierter Chikungunya-Infektionen in Deutschland variiert von Jahr zu Jahr stark. Sie hängt von der epidemiologischen Lage im jeweiligen Land sowie vom Reiseverhalten ab. Im Jahr 2024 wurden laut RKI 57 importierte Fälle registriert. Der kürzlich neu zugelassene Lebendimpfstoff Ixchiq darf nicht bei Personen unter 12 oder über 65 Jahren, Patienten mit Immunschwäche oder medizinischer Behandlung angewendet werden.
Freitag, 20.06.2025
Steigende Temperaturen locken die Menschen ins Freie - wo man auf Zecken treffen kann
Zecken übertragen zwei Infektionskrankheiten: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. 2023 erkrankten ca. 600 Patienten in Deutschland an FSME, 9 starben. Ca. 5.400 Patienten wurden wegen Borreliose behandelt, 10 davon starben. FSME wird von Viren verursacht, dagegen kann man sich impfen lassen. Die STIKO empfiehlt eine FSME-Impfung für Menschen in Risikogebieten wie Bayern, BW, Teilen von Hessen, Thüringen und Sachsen, aber auch einzelnen Landkreisen anderer Bundesländer. Borreliose wird von Bakterien ausgelöst, dagegen existiert keine Impfung. Im Erkrankungsfall erscheint bei Borreliose als erstes Symptom oft eine größer werdende Rötung um die Einstichstelle herum (ca. 3 -30 Tage nach dem Zeckenstich). Borreliose ist mit einer 2-wöchigen Antibiotika-Gabe im frühen Stadium gut behandelbar. Der Erreger kann sich aber bei einer nicht behandelten Infektion auf andere Organe ausbreiten und irreparable Langzeitschäden verursachen. Spätformen können Monate oder sogar Jahre nach dem Zeckenstich auftreten.
Dienstag, 17.06.2025
Vermehrt Fälle von Diphterie
Anfang 2025 ist ein Junge, der an Diphterie erkrankt war, in Berlin gestorben. Die Krankheit tritt seit einigen Jahren wieder vermehrt auf. So sieht sich das Robert Koch Institut zu einer Warnung veranlasst, denn es handelt sich bei einem Teil dieser Fälle nicht mehr nur um aus dem Ausland importierte Erkrankungen, sondern es werden auch wieder Übertragungen in Deutschland beobachtet, die sich sowohl als respiratorische Diphtherie mit schweren Entzündungsreaktionen im Hals-Rachen-Raum bis hin zu einer Verengung der Luftwege als auch als Haut-Diphtherie mit stark schmerzenden, ulzerierenden und nicht heilenden Wunden zeigen kann. Da die Diphtherie-Impfung bei Erwachsenen regelmäßig mit der alle 10 Jahre aufzufrischenden Tetanus-Impfung erfolgt, besteht bei regelmäßigen Auffrischimpfungen keine Gefahr.
Donnerstag, 29.05.2025
Gürtelrose: Diese Impfung könnte auch vor Demenz schützen
Eine britische Studie zeigt, dass der alte Herpes-Zoster-Lebendimpfstoff das Demenzrisiko insbesondere bei Frauen senken kann. Durch ein spezielles Studiendesign wurde ein natürlicher Vergleich zwischen geimpften und nicht geimpften älteren Menschen ermöglicht. Die Impfung reduzierte das Risiko einer Demenzdiagnose um etwa 20 %.
Dienstag, 29.04.2025
Besserer Impfeffekt durch Injektion in gleichen Arm
Corona-Impfungen zeigen eine bessere Wirkung, wenn die benötigten Impfdosen in den gleichen Arm verabreicht werden. Diejenigen, die beide Dosen in den gleichen Arm bekamen, entwickelten deutlich schneller Antikörper gegen Sars-CoV-2 innerhalb der ersten Woche nach der zweiten Dosis. Forscher entdeckten, dass die B-Gedächtniszellen, die zur Erkennung von Krankheitserregern entscheidend sind, in jenen Lympfknoten bleiben, die der Einstichstelle am nächsten liegen. Bei einer Auffrischimpfung an derselben Stelle konnten die B-Gedächtniszellen somit besser aktiviert werden, um passende Antikörper zu bilden.
Donnerstag, 10.04.2025
Neuer Mpox-Fall in Niedersachsen
In Niedersachsen ist ein erster Fall der neuen Mpox-Variante Klade 1b nachgewiesen worden. Eine Familie steht unter Quarantäne. Die Infektion stünde in direktem Zusammenhang mit einem Aufenthalt in Zentralafrika. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht laut Landesgesundheitsamt nicht. Die Infektionsketten ließen sich gut nachvollziehen, zudem seien frühzeitig Maßnahmen zum Schutz vor weiteren Ansteckungen ergriffen worden. Eine Impfung ist möglich, wird aber bisher von der Ständigen Impfkommission nur Menschen empfohlen, die engen Kontakt zu einer erkrankten Person oder zu dem Erreger hatten - zum Beispiel in einem Labor.
Freitag, 21.03.2025
Höchste Masernzahl in Europa und Zentralasien seit 27 Jahren
2024 hat sich die Zahl der Infektionen in der europäischen Region im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. 40 % aller Fälle waren Kinder unter 5 Jahren, ca. die Hälfte musste im Krankenhaus behandelt werden. 38 Menschen starben 2024. Aufgrund der Coronapandemie sind die Impfquoten in den vergangenen Jahren insgesamt zurückgegangen und in vielen Ländern noch nicht wieder auf dem Stand von vor der Pandemie. Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten. Das Virus löst bei fast allen ungeschützten Menschen Symptome wie Fieber, Husten und den typische Hautausschlag aus. Die meisten Fälle heilen ohne bleibende Folgen, aber es besteht die Gefahr von Hirn-, Lungen- und Mittelohrentzündungen, die bleibende Schäden und den Tod verursachen können. Den besten Schutz bietet die Impfung.
Montag, 03.03.2025
Ungeimpftes Kind stirbt nach Masernausbruch in den USA
Im Bundesstaat Texas ist ein ungeimpftes Kind im Schulalter an Masern erkrankt und gestorben. Bislang gibt es 124 bestätigte Fälle, die meisten davon Kinder. 18 Menschen mussten hauptsächlich wegen Atemwegserkrankungen ins Krankenhaus. Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Übertragen werden sie u.a über Tröpfchen und Aerosole. Die Infektion beginnt meist mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten, Kopfschmerzen und weißen bis blau-weißen Flecken an der Mundschleimhaut. Wenige Tage später steigt das Fieber und es bildet sich der typische Hautausschlag mit bräunlich-rosafarbenen Flecken. Die Erkrankung kann zu Lungen- und Gehirnentzündungen führen und tödliche Folgen haben. Der beste Schutz sind Impfungen, etwa die Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln.
Donnerstag, 27.02.2025
Wo Zecken jetzt schon gefährlich sind
In Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen gibt es schon erste Fälle von FSME. Bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen 3 Wochen. Die Infektionen müssen folglich im Winter stattgefunden haben. FSME-Risikogebiete sind v.a. Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, südöstliches Thüringen, Sachsen und seit 2022 auch das südöstliche Brandenburg. Jedoch gibt es Zecken inzwischen das ganze Jahr über überall in Deutschland. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 686 FSME-Fälle gemeldet, davon 226 mit schweren Erkrankungen und Einschränkungen in Baden-Württemberg. Seit 2017 steigen die Fallzahlen kontinuierlich an. Den besten Schutz gegen FSME bieten Impfungen.
Mittwoch, 26.02.2025
Impfungen in der Schwangerschaft - Corona, Grippe und Keuchhusten
Die Ständige Impfkommission empfiehlt Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel die Corona-Schutzimpfung sowie die Grippeimpfung ab dem 4. Schwangerschaftsmonat. Die Impfungen gegen Grippe und COVID-19 können beim selben Termin gegeben werden. Des Weiteren wird eine Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) zu Beginn des letzten Schwangerschaftsdrittels ab der 28. Schwangerschaftswoche empfohlen.
Montag, 17.02.2025
Apotheker raten zur Grippeimpfung vor Karneval
Die Vereinigung Deutscher Apothekerverbände schlägt Alarm. Eine so heftige Infektionswelle zu Beginn eines Jahres habe es seit 5 Jahren nicht gegeben und der Höhepunkt der Infektionszahlen liege noch vor uns. Da Rosenmontag erst in 2 Wochen sei, sei es in dieser Woche noch möglich, durch eine Grippeimpfung bis Karneval einen Impfschutz aufgebaut zu haben. Zudem sprechen sich der Apothekerverband und der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte für Grippeimpfungen für Kinder aus. In diesem Jahr sind Schulkinder besonders stark durch Influenzainfektionen betroffen.
Donnerstag, 30.01.2025
Diphtherie: Impfschutz kann Leben retten
In Berlin ist ein 10-jähriger Junge an Diphtherie gestorben. Das Kind war nicht gegen die hochansteckende Infektionskrankheit geimpft. Bei einem Familienangehörigen wurde ebenfalls Diphtherie festgestellt. Dank bestehendem Impfschutz verlief die Erkrankung dort jedoch nur leicht. Auch heute können Krankheiten wie Diphtherie, Masern, Mumps, Röteln, Tetanus, Meningokokken- und Pneumokokken-Infektionen nicht oder nur eingeschränkt behandelt werden und schwere Folgeschäden verursachen. Die Diphtherie-Impfung wurde 1913 eingeführt und ließ die Erkrankungszahlen stark sinken. 2024 wurden in Deutschland 51 Fälle bestätigt, 2025 bislang zwei.
Montag, 02.12.2024
Herpes-zoster-Impfung wird zu wenig wahrgenommen
Herpes zoster (HZ) verursacht eine erhebliche Krankheitslast und führt zu Einschränkungen der Lebensqualität. Als häufigste Komplikation tritt die postherpetische Neuralgie (HP) auf, eine chronische Schmerzsymptomatik, die über Monate bzw. Jahre andauern kann. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Auch Patienten mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes HZ-Erkrankungsrisiko. Deshalb empfiehlt die STIKO allen Personen ab 60 Jahren und chronisch kranken mit erhöhtem HZ-Risiko ab 50 Jahren eine 2-malige Impfung im Abstand von 2 bis max. 6 Monaten, der Wirkstoff sei sehr wirksam und sicher.
Donnerstag, 25.11.2024
Reisemedizin: Dengue, Tollwut und Pertussis
Dengue auf den Jungferninseln (brit. & USA): seit Beginn des Jahres wurden 180 Infektionen bestätigt. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten. Seit Februar 2023 ist eine Impfung verfügbar.
Tollwut in Marokko: Tod eines Mannes im Oktober nach Biss eines Haushundes. Mit Übertragungsrisiko, vor allem durch streunende Hunde, ist landesweit zu rechnen, auch in Städten und Touristikgebieten. Bei verdächtigen Tierkontakten ist sofort ein Arzt aufzusuchen. Eine prophylaktische Impfung ist vor allem bei längeren Aufenthalten zu empfehlen.
Pertussis in den Niederlanden: Kontinuierlicher Anstieg der Fallzahlen seit Mitte 2023. In diesem Jahr wurden 17.500 Infektionen gemeldet. 6 Babys und 3 Erwachsene sind verstorben. Vor dem Aufenthalt im Ausland sollte immer der Standardimpfschutz überprüft und ggf. ergänzt werden.
Mittwoch, 20.11.2024
Neuer Grippeimpfstoff für Ältere bald verfügbar
Ein neuer Grippeimpfstoff, der ab Frühjahr 2025 von Ärzten bestellt werden kann, enthält einen zusätzlichen Hilfsstoff, der die Immunwirkung erhöhen und die Akzeptanz der Schutzimpfung steigern soll. Die Impfung wird ab Herbst 2025 für Patientinnen und Patienten verfügbar sein. Besonders ältere Menschen sind nach wie vor von schweren Grippeverläufen betroffen. Laut RKI haben sich in der Grippesaison 2021/22 lediglich 43 Prozent der Menschen ab 60 Jahren impfen lassen.
Dienstag, 08.10.2014
Reisemedizin: Dengue - Gelbfieber - Tollwut
Dengue in USA, Spanien und Frankreich: Im Bundesstaat Florida wurden bis Mitte September 37 lokale Infektionen gemeldet, in Kalifornien 4. Frankreich meldet seit Anfang Juli im Süden des Landes 68 lokale Infektionen. Betroffen sind Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d’Azur und Auvergne-Rhône-Alpes. Seit Anfang September wurden in Spanien, in der Provinz Tarragona (Katalonien) 8 lokal erworbene Infektionen registriert. Es sind die ersten in diesem Jahr. Schutz vor überwiegend tagaktiven Mücken beachten. Seit Februar 2023 ist eine Impfung verfügbar.
Gelbfieber in Bolivien: Seit Ende April sind in La Paz 3 Menschen verstorben und zwei weitere erkrankt. In Santa Cruz wurden 2 Infektionen registriert. Bei Reisen in das Tiefland östlich der Anden wird eine Impfung empfohlen. Bei Einreise aus Endemiegebieten ist die Gelbfieberimpfung vorgeschrieben.
Tollwut in Indien: In diesem Jahr sind im Bundesstaat Meghalaya (NO) 16 Menschen verstorben, in Tamil Nadu (S) 22. In Manipur(NO) wurden eine Erkrankung und 3 Todesfälle gemeldet. Im letzten Jahr wurden in mehreren Bundesstaaten Todesfälle gemeldet. Im September 2023 wurde in Goa (W) der erste Todesfall seit 2017 gemeldet. Indien gehört weltweit zu den Ländern mit den höchsten Fallzahlen bei Tieren und Menschen. 2022 sind etwa 310 Menschen verstorben. Hauptüberträger ist der (streunende) Hund. Betroffen sind auch Großstädte. Bei verdächtigem Tierkontakten sofort Arzt aufsuchen und auf Verwendung moderner Gewebekultur-Impfstoffe achten. Eine vorbeugende Impfung ist empfehlenswert.
Donnerstag, 15.08.2024
Sorge wegen Ausbreitung des Mpox-Virus in Afrika
Eine neue Variante des Mpox-Virus breitet sich in Afrika aus. Mittlerweile wurden mehr als 15.000 Fälle in 16 afrikanischen Ländern festgestellt, 461 Menschen starben. Die Variante trifft besonders junge Menschen, bei 60 % der Fälle handelt es sich um Kinder unter 15 Jahren, bei mehr als 70 % um Jugendliche unter 18. Die Europäische Kommission hat die Zulassung des Mpox-Impfstoffs Imvanex auf Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren ausgeweitet. Die Entscheidung beruht auf positiven Zwischenergebnissen einer klinischen Studie bei Jugendlichen und soll die afrikanischen Länder im Kampf gegen die fortdauernde Ausbreitung von Mpox unterstützen. Die Epidemie betrifft bereits 15 afrikanische Länder, nachdem Marokko letzte Woche einen Ausbruch mit drei verdächtigen und einer bestätigten Infektion gemeldet hat.
Dienstag, 01.10.2024
Warum auch in Deutschland die Masernfälle steigen
Bis Ende September wurden dem Robert Koch-Institut rund 550 Masernfälle gemeldet, die überwiegende Mehrheit der Betroffenen war ungeimpft. Zum Vergleich: 2023 waren es 79, 2022 nur 15 Fälle. Betroffen waren Menschen im Alter von 0 bis 75 Jahren, insbesondere Kinder in den ersten Lebensjahren. Mit Einführung der Masernimpfung in den 1960er-Jahren gingen die Erkrankungszahlen weltweit stark zurück, zeitweise schien eine Ausrottung möglich. Heute ist dieses Ziel wieder in weite Ferne gerückt, da die Impfquote in vielen europäischen Ländern unter den erforderlichen 95 % liegt. Gründe sind unter anderem zunehmende Impfskepsis sowie Kriege und Fluchtbewegungen, die den Zugang zu Impfungen erschweren. Masern sind hochansteckend und werden häufig durch infizierte Einreisende aus dem Ausland eingeschleppt. Die STIKO empfiehlt zwei Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren. Seit 2020 muss vor der Neuaufnahme in Kitas und Schulen ein Masern-Impfschutz nachgewiesen werden.
Freitag, 27.09.2024
Reisemedizin: Gelbfieber - Dengue
Gelbfieber in Bolivien: Erstmals seit drei Jahren sind wieder einige Menschen erkrankt und verstorben. Bei Reisen in der Tiefland östlich der Anden wird eine Impfung empfohlen. Bei Einreise aus Endemiegebieten ist die Gelbfieberimpfung vorgeschrieben.
Dengue in Spanien und den USA: Anfang September wurden in der Provinz Tarragona (Katalonien) 5 lokal erworbene Infektionen registriert. Im Bundesstaat Florida wurden bis September 31 lokale Infektionen gemeldet, in Kalifornien 3. Schutz vor überwiegend tagaktiven Stechmücken beachten. Seit Februar 2023 ist eine Impfung verfügbar.
Freitag, 12.07.2024
Rasanter Anstieg von Keuchhusten-Fällen in Deutschland
In Deutschland nehmen die Keuchhusten-Infektionen derzeit deutlich zu. Die hochansteckende Erkrankung wird anfangs oft mit einer Erkältung verwechselt und daher zu spät erkannt. Besonders gefährdet sind Säuglinge, ältere Menschen sowie Personen mit Grunderkrankungen wie COPD oder Asthma. Umso wichtiger ist ein aktueller Impfschutz. Insbesondere Schwangere, ältere Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen sollten ihren Impfstatus überprüfen und fehlende Impfungen nachholen lassen.
Donnerstag, 04.07.2024
Reisemedizin: Pertussis - Dengue - Cholera
Pertussis in Deutschland: Seit Beginn dieses Jahres wurden rund 6.590 Keuchhusten-Fälle gemeldet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es etwa 1.760. Besonders betroffen sind Baden-Württemberg und Bayern. Impfschutz beachten
Dengue-Fieber: In Puerto Rico, Kap Verde und den Malediven sind die Neuinfektionen stark gestiegen. Schutz vor den überwiegend tagaktiven Überträgermücken beachten. Seit Februar 2023 ist eine Impfung verfügbar.
Choleraausbruch auf den Komoren: Die Behörden haben Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung zu verhindern. Nahrungs- und Trinkwasserhygiene sorgfältig beachten, ggf. eine Impfung erwägen.
Mittwoch 05.06.2024
Reisemedizin: Dengue - Masern - Cholera
Dengue in der Dominikanisch Republik, Sudan, Guyana und Mauritius : Die Fallzahlen haben sich 2022 gegenüber dem Vorjahr etwa verdreifacht. Mückenschutz vor überwiegend tagaktiven Steckmücken beachten. Seit Februar 2023 ist eine Impfung verfügbar.
Masern in Großbritannien: Seit Oktober letzten Jahres sind in Mittelengland (West Midland) die Fallzahlen stark gestiegen, Birmingham ist besonders betroffen. Auch in London haben die Fallzahlen zugenommen, bisher wurden etwa 270 Erkrankungen gemeldet. Vor dem Aufenthalt im Ausland sollte immer der Standardimpfschutz überprüft und ggf. ergänzt werden.
Darminfektion in Kenia: Risiko für Durchfallerkrankungen landesweit, mit lokalen Cholera-Ausbrüchen ist weiterhin zu rechnen. Ausgehend von einer Hochzeitsfeier sind seit Oktober 2022 in 26 Countys ca. 12.500 Menschen erkrankt und 202 verstorben. Betroffen ist auch die Hauptstadt Nairobi. Starke Regenfälle im April dieses Jahres haben zu Überschwemmungen geführt. In den betroffenen Gebieten am Tana-Fluss (SO) wurden Anfang Mai etwa 50 Erkrankungen gemeldet. Hygiene beachten, je nach Reiseroute kann auch eine Impfung sinnvoll sein.
Samstag, 18.05.2024
Keuchhusten: Erhöhtes Risiko bei chronischen Erkrankungen
Keuchhusten (Pertussis) ist nicht nur eine Kinderkrankheit. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Menschen mit chronischen Grunderkrankungen ein 1,7-fach erhöhtes Risiko für eine Pertussis-Infektion haben. Besonders betroffen sind Menschen mit Asthma (2,7-fach) oder COPD (2,3-fach), aber auch bei Depressionen (2,0-fach) und Rheuma (1,9-fach) ist das Risiko erhöht.
Bei 10,8 % der Erkrankten traten schwere Komplikationen auf. Menschen mit chronischen Erkrankungen waren häufiger betroffen als gesunde (13,4 % vs. 9,5 %). Zudem hatten über 60-Jährige ein 1,5-fach höheres Risiko für schwere Verläufe. Für Menschen mit Asthma oder COPD ist eine Pertussis-Impfung daher besonders empfehlenswert.
Freitag, 19.04.2024
FSME-Risikogebiete in Deutschland ausgeweitet
In Deutschland gibt es zwei neue FSME-Risikogebiete: Frankfurt (Oder) in Brandenburg und der Landkreis Altenburger Land in Thüringen. Damit gelten inzwischen 180 Kreise als Risikogebiete. Besonders betroffen sind Bayern und Baden-Württemberg, Südostthüringen, Südhessen, Sachsen und Südostbrandenburg; einzelne Risikogebiete gibt es zudem in weiteren Bundesländern.
FSME kann jedoch auch außerhalb der Risikogebiete auftreten. Die STIKO empfiehlt daher Menschen, die in Risikogebieten häufig Zecken ausgesetzt sind, eine FSME-Impfung. Die Impfquoten sind insbesondere bei Erwachsenen zu niedrig: 99 % der im Jahr 2023 gemeldeten FSME-Erkrankten waren nicht oder unzureichend geimpft. Durch höhere Impfquoten, vor allem in stark betroffenen Risikogebieten, könnten viele Erkrankungen verhindert werden.
Donnerstag, 11.04.2024
Meningokokken-Impfung: Frühzeitiger Schutz für Kinder
Meningokokken-Erkrankungen sind selten, können aber schwer verlaufen. Besonders gefährdet sind Babys und Kleinkinder, deren Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. In Deutschland werden etwa 62 % der Erkrankungen durch Meningokokken B, rund 4 % durch Meningokokken C und etwa 34 % durch die Gruppen A, W, C und Y verursacht. Die STIKO hat ihre Impfempfehlungen erweitert: Neben der Impfung gegen Meningokokken C wird nun auch die Impfung gegen Meningokokken B standardmäßig empfohlen. Beide Impfungen sollten möglichst früh erfolgen, um Kinder bestmöglich zu schützen. Eine Impfung gegen die Gruppen A, C, W und Y (ACWY) ist zusätzlich möglich und wird insbesondere vor Reisen empfohlen.
Freitag, 05.04.2024
Stiko-Chef spricht sich für HPV-Impfung in Schulen aus
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) spricht sich dafür aus, HPV-Impfungen stärker in Schulen anzubieten. Die Impfstoffe seien sehr gut verträglich und hochwirksam. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass sich durch Schulimpfungen besonders hohe Impfquoten erreichen lassen. Zudem sollte in Schulen verstärkt über die Entstehung von Krebs und den Schutz durch Impfungen informiert werden. HPV gehört zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen und kann unter anderem Gebärmutterhalskrebs verursachen. Die WHO und die EU wollen bis 2030 mindestens 90 % der 15-jährigen Mädchen und deutlich mehr Jungen vollständig gegen HPV impfen. In Deutschland sind derzeit jedoch nur 54 % der 15-jährigen Mädchen und 27 % der gleichaltrigen Jungen vollständig geimpft.
Sonntag, 31.03.2024
Globaler Cholera-Alarm: Impfstoffproduktion muss steigen
Seit 2021 nehmen die Cholera-Fälle weltweit stark zu. Dadurch droht ein erheblicher Impfstoffmangel: Im vergangenen Jahr war die Nachfrage doppelt so hoch wie die verfügbare Produktionsmenge. Laut WHO ist derzeit nur das südkoreanische Unternehmen EuBiologics als Hersteller aktiv. Cholera wird durch mit Fäkalien verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen und tritt vor allem bei schlechten Hygienebedingungen auf, etwa nach Katastrophen oder in Konflikt- und Krisengebieten. Besonders betroffen sind die Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Haiti, Somalia, Sudan, Syrien, Sambia und Simbabwe. Um angesichts der Knappheit mehr Menschen zu schützen, wird seit 2022 in Ausbruchssituationen eine statt der üblichen zwei Impfdosen empfohlen. Der Schutz hält dann allerdings weniger lange an. Expertinnen und Experten fordern daher mehr Investitionen in sauberes Trinkwasser und Abwassersysteme sowie die schnelle Entwicklung, Zulassung und Produktion weiterer bezahlbarer Impfstoffe.
Mittwoch, 20.03.2024
Gelbfieber: Einmalige Impfung wohl ausreichend
Das Centrum für Reisemedizin (CMR) weist auf aktuelle Studien hin, nach denen bei der Gelbfieber-Impfung keine Auffrischung erforderlich ist. Während die STIKO seit 2022 nach frühestens zehn Jahren eine Auffrischimpfung empfiehlt, hält die WHO eine einmalige Impfung für ausreichend. Eine aktuelle Studie zeigte bei gesunden Erwachsenen über einen Zeitraum von 10 bis 60 Jahren eine Seroprotektionsrate von 94 %. Das CMR spricht sich daher für eine einmalige Impfung aus. Zudem verweist es auf die weltweite Impfstoffknappheit und stellt infrage, ob Auffrischimpfungen für Reisende angesichts des Bedarfs in Endemiegebieten sinnvoll sind.
Montag, 18.03.2024
HPV: Frühzeitiges Impfen = bester Schutz
Für den besten Schutz vor HPV-bedingten Krebs ist es wichtig zu impfen, bevor eine Infektion mit HPV stattgefunden hat. Daher sollte die HPV-Impfung idealerweise vor Aufnahme erster sexueller Kontakte durchgeführt werden. 2021 hatten bundesweit nur 54 % der 15-jährigen Mädchen und 27 % der gleichaltrigen Jungen einen vollständigen Impfschutz. Die Impfung gegen HPV wird von der STIKO ab 9 Jahren empfohlen. Jedoch werden nach aktuellen Auswertungen der KV-Impfsurveillance zwei Drittel aller Mädchen in Deutschland erst im Alter von 12 bis 14 Jahren erstmalig geimpft. Experten gehen nach vollständiger Impfung von einem jahrzehntelangen Schutz aus. Auffrischimpfungen sind nach derzeitigem Kenntnisstand nicht notwendig. Daher sollte jede Gelegenheit bereits ab dem Alter von 9 Jahren für das Angebot einer HPV-Impfung genutzt werden.
Donnerstag 07.03.2024
Gericht bestätigt: Eltern müssen Gesundheitsamt Impfnachweis vorlegen
Gesundheitsämter dürfen für den Schulbesuch einen Nachweis über eine Masernimpfung fordern – und dabei auch mit einem Zwangsgeld drohen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin in mehreren Eilverfahren entschieden. Das Gericht wies damit die Beschwerden von Eltern schulpflichtiger Kinder gegen die vorherige Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin zurück. Die Bestimmungen seien angesichts der hochansteckenden Viruskrankheit mit möglicherweise schwerwiegenden Komplikationen nicht offenkundig verfassungswidrig. Laut Masernschutzgesetz, das seit März 2020 in Kraft ist, gilt: Eltern müssen nachweisen, dass ihre Kinder vor Eintritt in Kita oder Schule, den empfohlenen Impfschutz haben, oder per ärztlichem Attest belegen, dass die Erkrankung durchgemacht wurde.
Dienstag, 23.01.2024
Erste Krankenkasse erstattet RSV-Impfung
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein saisonal auftretendes, weltweit verbreitetes und infektiöses Virus, welches die oberen und unteren Atemwege befällt. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion z.B. durch Niesen oder Husten einer infizierten Person. In Deutschland tritt RSV, ähnlich wie Influenza, vermehrt in den Wintermonaten auf. Während schwere Verläufe vor allem bei Frühgeborenen, Säuglingen und Kindern bekannt sind, haben auch Menschen ab 60 Jahren aufgrund des nachlassenden Immunsystems und häufiger Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko. Einige Krankenkassen erstatten nun auf freiwilliger Basis die AREXVY-Impfung zur aktiven Immunisierung von Erwachsenen im Alter von 60 Jahren und älter. Unter ihnen die AOK Nordost, BKK Salzgitter, Bertelsmann BKK. Weitere Kassen prüfen eine Kostenübernahme auf Antrag.
Freitag, 19.01.2024
Neue Impfempfehlung: Meningokokken B für Säuglinge
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt jetzt allen Säuglingen ab zwei Monaten eine Impfung gegen Meningokokken B. Die Erkrankung ist zwar selten, kann jedoch sehr schwer verlaufen. Das Risiko ist im ersten Lebensjahr am höchsten, daher ist eine frühe Impfung besonders wichtig. Empfohlen werden drei Impfungen im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten. Kinder bis zum fünften Geburtstag können die Impfung nachholen. Um Fieber oder Schmerzen nach der Impfung vorzubeugen, empfiehlt die STIKO für Kinder unter zwei Jahren vorsorglich Paracetamol. Eine Impfempfehlung gegen Typ B galt bislang nur für bestimmte Risikogruppen, beruflich gefährdete Personen sowie Menschen, die in ein Hochendemiegebiet reisen. Meningokokken können u.a. Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen verursachen. Typische Symptome sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Bei Säuglingen können zusätzlich Erbrechen, Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Krampfanfälle oder eine gespannte Fontanelle auftreten.
